Allgemeiner Sicherheitshinweis: Niemals ohne entsprechenden, sicheren Sonnenfilter die Sonne beobachten!

01.July 2005
Neuer Filter von Baader-Planetarium zur Sonnebeobachtung im Bereich der Kalzium-Linien!

Als Baader-Planetarium 2004 den Solar-Continuum Filter auf den Markt brachte, begann für viele Sonnenbeobachter und -fotografen die Zeit der scharfen Bilder. Inzwischen wurde nachgelegt und der K-Line Filter eingeführt! Es handelt sich dabei um ein Filterstack, also ein Filterpaket aus 2 Filtern, die gekippt zueinander verbaut sind. Dadurch ergibt sich ein sehr scharf begrenzter, engbandiger Transmissionsverlauf, der beide K-Linien (393nm & 396nm) einschließt (ZWL 395nm / HWB <8nm). Natürlich wird damit nicht die Leistung engbandiger "echter" CaII Filter mit 1-5Å Bandbreite erreicht, aber die Detailfülle ist erstaunlich. Fackeln sind über die gesamte Sonnenscheibe auszumachen - auch in der Mitte! Das sog. Kalziumnetzwerk kommt bereits zum Vorschein ebenso die typische Aufhellung um Flecken(gruppen) und aktive Gebiete.

Der K-Line Filter ist für die fotografische Anwendung gedacht, und führt mit der fotografischen AstroSolar Folie (ND 3,8) zu sehr guten Ergebnissen. Beachtet werden sollte, daß hauptsächlich Newton-Teleskope, und bedingt katadioptrische Systeme geeignet sind, da normale Refraktoren für diesen Wellenlängenbereich nicht mehr korrigiert sind - auch APO's nicht nicht zwingend geeignet. Spiegelteleskope haben hier den Vorteil, daß sie alle Wellenlängen gleichermaßen reflektieren.

Hier die vermessene Filterkurve:

im Ausschnitt von 375nm bis 410nm: von 280nm bis 1500nm:

Hier ein paar erste Aufnahmen mit direktem Vergleich zu Aufnahmen mit dem Solar-Continuum Filter:






Alle Aufnahmen entstanden an einem 200/1200 GSO-Newton mit Baader Astrosolar ND 3,8; fokal oder mit TS-Barlow 2x und ATIK-2HS Kamera unter widrigen Seeingbedingungen. Es zeigt sich deutlich eine andere Oberflächenstruktur, sowie das Fackelnetzwerk.

Die folgenden Aufnahme entstanden an einem 127/1200 TS-FH mit Baader Herschelprisma sowie TS-Barlow 2x und ATIK-2HS Kamera, und zeigen deutlich, daß normale Refraktoren nach Fraunhofer, also Achromate mit dem Wellenlängenbereich der K-Linien Probleme haben. Die Schärfe läßt deutlich zu wünschen übrig. Besser schneiden z.T. ED-Refraktoren ab.

K-Line

Continuum


Ein 1,25" K-Line Filter(stack) zusammen mit einem DinA4-Bogen fotografischer (ND 3,8) AstroSolar Sonnenfilterfolie kostet 245,-Euro, und ist im Fachhandel erhältlich

Info-PDF von Baader-Planetarium

Weitere Aufnahmen im Praxis-Filtervergleich



Official statement by Baader-Planetarium:

Due to the very small production qty the filter cells of the K-line filter will not be engraved with the name of the filter for the time being. However the filter box is clearly labeled and it shold be VERY clear that this filter is "self-identifying" because nothing can be seen through it - except the sun...(with a videocamera or SBIG-CCD-camera only !!!).

Baader does clearly state in Germany that this filter is NOT meant to compete with elaborate narrowband CaK filters costing 15 times as much. The K-Line filter DOES however provide a solution for having a good glimpse into the UV-spectral region of our Sun at 395 nm at very moderate outlay. The results achieved with this filter will provide a clear insight for all amateurs, wether it will be usefull to spend a much bigger amount of money for inspecting this very passband - or not.

 

© Andreas Murner